Bullitt, Bakfiets, Omnium, Winther, I:SY Cargo...

Lastenräder für jeden Zweck

Lastenräder sind unser Steckenpferd. Wir nutzen sie seit Jahren selbst und sehen in ihnen einen Teil der Lösung des Problems des innerstädtischen Verkehrsaufkommens. Nicht nur für Transportunternehmen oder Kurier-dienste sondern insbesondere auch für Privatpersonen.

Es gibt Lastenräder in verschiedensten Ausführungen und für die verschie-densten Bedürfnisse. Die Palette reicht vom sogenannten Bäckerrad über verschiedenen Varianten des klassischen Long John bis hin zu mehrspurigen Rädern mit riesiger Ladefläche oder Platz für sechs Kinder.

Bei uns finden Sie Räder, die speziell auf Kindertransport ausgelegt sind und für die es eine riesige Menge an spezifischem Zubehör gibt, sowie auch reine Lastenräder. Mit langem Radstand oder kurzem, mit oder ohne Kiste bzw. anderen Aufbauten und alle wiederum optional mit elektrischer Unterstützung. Sie sagen uns was Sie mit dem Rad vorhaben und wir schlagen Ihnen ein passendes Modell vor.

 

 

Wir verkaufen Lastenräder nicht nur von der Stange. Sollten Sie - oder Ihr Unternehmen - besondere Anforderungen an das Rad stellen die von Herstellerseite aus nicht angeboten werden, dann sprechen Sie uns an. Ob individuelle Farben, Dekore, Werbebeschriftungen oder spezielle Aufbauten - wir sind Ihnen gern behilflich Ihr individuelles Lastenrad zu entwerfen.

 

Da wir wirklich von Lastenrädern überzeugt sind, können Sie sich bei uns Lastenräder auch ausleihen, um im Alltag oder am Wochenende mal zu testen, ob ein solches Rad für Sie in Frage kommt. Wir sind der Meinung, dass eine kurze Probefahrt um den Block nicht ausreichend ist, um Ihnen die Möglichkeiten eines solchen Rades auch wirklich erfahrbar zu machen.

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen verschiedene Lastenradtypen, Komponenten und Hersteller ein wenig vor. Verstehen Sie sie gerne als Vor- oder Nachbereitung zu einer persönlichen Beratung bei uns im Laden, bei der ja häufig mehr erklärt wird, als man sich merken kann.

Wenn Sie sich dauerhaft für das Thema Lastenrad interessieren, könnten Sie die Rubrik "Aktuelles" im Blick behalten, in der wir unregelmäßig ganz verschiedene Beiträge aus der (Bremer) Welt der Transportäder vorstellen werden. Einige davon davon bekommen Sie auch, wenn Sie uns hier bei Facebook folgen.


Lastenräder für jeden Alltag

 

"Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass es noch ein großes, bislang nicht genutztes Potenzial für Lastenfahrräder – auch mit elektrischer Unterstützung – insbesondere im Liefer- sowie im Service- und Dienstleistungsverkehr – vor allem in den Kommunen gibt".

So lautet die (gekürzte) Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Enak Ferlemann, auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel, Harald Ebner und Bärbel Höhn.

 

Und tatsächlich haben ja auch schon große Unternehmen, wie beispielsweise der Paketdienstleister UPS, das Potential erkannt. Dabei geht es ihnen nicht in erster Linie um den Aufbau eines guten, umweltfreundlichen Images, sondern ganz klar auch um gesparte Zeit und gespartes Geld. Es ist bei weitem nicht nur in Bremen erheblich effizienter, nicht für jedes auszuliefernde Paket irgendwo einen für den LKW ausreichend großen Parkplatz suchen zu müssen, sondern dieses Problem ganz einfach durch den Einsatz von Lastenrädern zu umgehen.

Aber Lastenräder sind weit mehr, als die mehrspurigen Kisten, die UPS mittlerweile nutzt. Zu Lastenrädern gehören selbstredend auch die Fahrräder der Post mit großen Gepäckträgern vorne und hinten, das klassische Bäckerrad, die ganzen Varianten des Long John, mit denen immer häufiger vor allem auch Radkurierdienste ihre Arbeit verrichten und natürlich auch diejenigen Räder, die seit Jahren vor allem in den Niederlanden oder Dänemark zum täglichen Kindertransport genutzt werden.

Dass das Lastenrad überaus alltagstauglich ist und auch sehr viel Spaß macht, sieht man unter anderem auch daran, dass es mittlerweile auch in Deutschland eine regelrechte „Lastenradszene“ gibt, die aus den unterschiedlichsten Leuten besteht. Es gibt eine Vielzahl von Facebook-Gruppen, Internetseiten und losen Zusammenschlüssen von Menschen, die sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Art widmen. Manche organisieren Workshops zum Eigenbau von Lastenrädern, andere organisieren gemeinsame Ausfahrten bei denen es gar nicht um Transport sondern wirklich nur um den Spaß am Rad geht. Wieder andere betreiben regelrechte Lobbyarbeit um vor allem die Innenstädte vom zunehmenden Autoverkehr zu befreien.

Schon seit einigen Jahren gibt es im Rahmen verschiedener Radkuriermeisterschaften eigene Rennen für Lastenräder, die immer größeren Zulauf haben. Aber mittlerweile entstehen auch immer wieder neue, kurierunabhängige Lastenradrennen, so auch in Bremen, an denen „ganz normale“ Menschen mit ihren Lastenrädern teilnehmen. Natürlich um sich mit anderen zu messen, aber vor allem auch, um Spaß zu haben, sich auszutauschen, die verschiedenen Räder der anderen Teilnehmer_innen zu bestaunen und zu testen. Vorbild für diese Rennen sind klassische Veranstaltungen aus einer Zeit, in der Lastenräder noch zum normalen Bild in größeren Städten gehörten. In Kopenhagen war dies z.B. das Svejerløb, ein bis 1960 jährlich stattfindendes Rennen der Svejer, wie die damals sehr zahlreichen Boten auf ihren Long Johns genannt wurden und die auch heute wieder das dortige Stadtbild prägen, allerdings meistens im modernen Gewand und auf schnelleren Rädern. Und auch das Rennen gibt es wieder, schon seit mehreren Jahren wird es in Kopenhagen wieder ausgetragen.

Eine der Firmen, die damals die Svejer beschäftigte, hieß „By Expressen“, zu deutsch "Der Stadt Express". Nachdem immer mehr Autos auch in Kopenhagen die Radfahrer verdrängten, hat auch diese Firma irgendwann aufgeben müssen. Aber es haben sich vor einigen Jahren ein paar Radkuriere zusammengetan und die Firma neu entstehen lassen. Die dort beschäftigten Kuriere fahren alle Lastenräder, transportieren aber nicht nur große Sendungen. Denn moderne Lastenräder haben längst keinen nennenswerten Nachteil mehr „normalen“ Kurierrädern gegenüber. Das erkennen immer mehr Radkurierdienste und reagieren so auch auf die Veränderungen der Transportbranche, unter denen sie lange zu leiden hatten. Denn während immer größere Datenmengen digitalisiert über das Netz verschickt und so die klassischen Radkuriersendungen immer weniger werden, hat gleichzeitig der Onlinehandel in einer Weise zugenommen, die nicht nur mehr, sondern vor allem auch schnellere Transportlösungen verlangt. Und dieses Konzept greift um sich, so gibt es beispielsweise in Kopenhagen und in Aarhus die Firma "Velopak" die als normaler Radkurierdienst mit Lastenrädern sogar Umzüge anbietet.

Einer der deutschen Vorreiter auf diesen Gebiet ist CLAC – Citylogistik Aachen, der einerseits stark auf Lastenräder setzt, andererseits aber auch auf die Vernetzung mit Kurier- und Botendiensten in anderen Städten. Und der darüber hinaus sehr aktiv dabei ist, das Lastenrad als Alternative zum klassischen Autotransport bekannt zu machen. Aber auch in Bremen nutzen alle drei Radkurierdienste mittlerweile Lastenräder. Der Fahrrad Express, als einer der ältesten Kurierdienste bundesweit, schon seit weit über 20 Jahren.

In Bremen tut sich auf dem Feld der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema neue urbane Mobilität besonders BREMEN BIKE IThervor, eine Initiative des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. Neben ihrer Arbeit zur Förderung des allgemeinen Radverkehrs in Bremen, organisiert BREMEN BIKE IT mit großer Leidenschaft eben auch das genannte Bremer Lastenradrennen, welches dieses Jahr im Rahmen des SeeStadtFests in Bremerhaven stattfinden wird und hoffentlich ein mindestens genauso großer Erfolg sein wird, wie schon die früheren. (Fotos hier, Video hier)